Es gibt trotz aller Vorbehalte Banken, die sich für ein Darlehen für Freiberufler und Selbständige einsetzen. Sehen Sie immer öfter die „kostenlose“ Finanzberatung der Deutschen Bank. Sachverständiger für Privatkredite; Sachverständiger für private Vorsorge. Baugewerbefinanzierung; Investition; Altersvorsorge; Versicherung; Kredit. Inwieweit ist die Bilanzsumme im deutschen Bankensektor hoch?
Auswirkungen der Finanzkrise auf die Kredite der deutschen Kreditinstitute
Im Zuge der Finanzmarktkrise klagen immer mehr Firmen über eine fehlende Kreditinanspruchnahme durch die Kreditinstitute. Der Begriff „Kreditklemme“ wird immer öfter in der täglichen Presse gelesen, und im selben Zug werden die Kreditinstitute gebeten, endlich großzügigere Darlehen zu gewähren, um die gegenwärtige Krise zu schwächen und Massenarbeitslosigkeit zu vermeiden.
Unterdessen veröffentlicht die Deutsche Bank in Deutschland während der Finanzkrise1 Daten, die ein zunehmendes Volumen an Krediten an Firmen und Selbständige zeigen. Ist die derzeitige Lage in Deutschland wirklich gleichbedeutend mit einer Kreditkrise? Warum sollten Kreditinstitute gegen die angeblich heilenden wirtschaftlichen Wirkungsmechanismen des Kapitals vorgehen? Im vorliegenden Beitrag wird die Vergabe von Krediten an die Binnenwirtschaft im Zuge der Finanzmarktkrise untersucht.
Das Konzept der Kreditkrise ist präzise zu definieren und seine Relevanz in Abhängigkeit von der Ausgangssituation deutscher Firmen. Laut Wüerst gibt es eine Kreditkrise “ [….], wenn die Finanzmittel nicht mehr weitgehend und branchenunabhängig, d. h. ohne Rücksicht auf Firmengröße, Fristigkeit, Wertpapiere und Bonität vergeben werden, obwohl eine entsprechende Nachfragesituation seitens der Unternehmsgruppen besteht“.
Zwei weitere Begriffsbestimmungen haben dagegen noch das bestimmende Merkmal eines signifikanten wirtschaftlichen Restrisikos aufgrund der Kreditkrise. Das ist jedoch nicht zwingend erforderlich, da eine Kreditkrise im vorgenannten Sinne immer ein ökonomisches Nachteil ist. Prinzipiell kann es durch eine Reduzierung des Angebotes der Darlehensgeber zu einer Kreditverknappung kommen.
Grundvoraussetzung für die Bestätigung der Thesen einer Kreditkrise in Deutschland ist daher der Beweis für eine Verringerung des Darlehensvolumens, das deutschen Unternehmen und Selbständigen gewährt wird. Die Kreditkrise wird oft im Zusammenhang mit der vorherrschenden Finanzmarktkrise erwähnt. Damit hat eine Finanzmarktkrise auch Auswirkungen auf die reale Wirtschaft, was sich besonders gut an dem hier diskutierten Thema verdeutlichen lässt.
US-Immobilienkredite, die als Wertpapiere verbrieft wurden, wurden durch einen allgemeinen Wirtschaftsabschwung, der zu einer nachfolgenden Verschärfung der Bankbilanzen der entsprechenden Banken führte, wertlos. In der Folgezeit wurde die Kreditvergabe an die US-Immobilienfinanzierer eingestellt. Infolge des Zusammenbruchs der US Lehman Brothers Bank und der Verbindung des gesamten Finanzsystems mit US-amerikanischen Investmentgesellschaften wurden die Aktienmärkte in fast allen Regionen der Erde destabilisiert.
Die Eigenmittel der Kreditinstitute sind in der Regel durch langfristige Investitionen binden. Daher beziehen die Kreditinstitute ihre Kreditmittel durch Umfinanzierung mit kurzen Darlehen auf dem Interbankenmarkt. Wenn das mangelnde gegenseitige Verständnis zwischen den Kreditinstituten so groß ist, dass ein kurzfristiges Kreditgeschäft auf dem Interbankenmarkt nicht mehr praktikabel ist, fehlen den Kreditinstituten damit die notwendige Liquiditätsausstattung zur Gewährung von Darlehen an die Gesellschaften.
Der daraus entstehende begrenzte Kreditzugang der Kreditinstitute hat daher gerade in Zeiten eines wirtschaftlichen Aufschwungs nach einer Krisensituation drastische Konsequenzen, da der Unternehmer aufgrund mangelnder Mittel nicht in der Lage ist, erforderliche und krisenentscheidende Investitionsprojekte umzusetzen. Der Vertrauensverlust im Interbankmarkt kann eine wichtige und potenzielle Grundursache für eine Kreditkrise sein. Dabei sollen weitere Argumente, die auf eine Kreditkrise hinweisen können, besprochen und besprochen werden.
Deutschland, ein starker Exporteur, hat wie kaum ein anderes Bundesland unter dem Rückgang des weltweiten Handels im Zuge der Wirtschaftskrise gelitten. Dieses bereits in OECD-Studien während der Krisenzeit vorhergesagte PhÃ?nomen wurde vor allem durch einen 20-%-igen Zuwachs an ZahlungsunfÃ?higkeit in Deutschland zwischen 2007 und 2009 deutlich.
Begründet wird die übermäßig hohe Insolvenzquote der in Deutschland ansässigen Firmen oft mit der Ablehnung überlebensnotwendiger neuer Kredite durch die Geschäftsbanken während der Wirt-schaftskrise. Der krisenbedingte Nachfrageeinbruch auf dem Inlandsmarkt und die damit verbundene Erhöhung des Kreditausfallrisikos führten zu einer gestiegenen Ablehnungsrate für Kreditanträge und zu gestiegenen Bedingungen.
Genau die nicht vergebenen Darlehen sind in der Krise notwendig, um die Liquiditätssituation der Gesellschaften zu sichern und damit die erforderlichen Anlagen zu gewährleisten. Nach einer Bankenbefragung der Deutsche Bank im ersten Vierteljahr 2009 haben bereits 50% der Kreditinstitute bestätigt, dass sie ihre Anforderungen an die Kreditvergabe an Firmen verschärfen.
Erstmalig war der Prozentsatz der einschränkenden Kreditinstitute in Deutschland höher als im Rest der Eurozone. 9 Eine Studie des DIHK bestätigte auch, dass die Finanzierungssituation vieler Betriebe durch verschärfte Kreditkonditionen belastet war. Vor allem kleine und mittlere Betriebe waren von der Kreditklemme und der wettbewerbsbeschränkenden Kreditpolitik der deutschen Institutionen hart getroffen, da ihnen im Unterschied zu großen und gelisteten Betrieben der Zugang zu Finanzierungen über den Kapitalmarkt weitgehend verwehrt ist.
Die kleinen und mittleren Betriebe (KMU) sind das wirtschaftliche Rückgrat Deutschlands. Aufgrund dieser besonderen Unternehmensstruktur in Deutschland wird auch der Vergabe von Darlehen an diese Gesellschaften im Rahmen dieser Arbeiten besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Basel-II-Verordnungen sind neben den konjunkturellen Problemen eine weitere Last für die KMU.
Damit bildet das Rating-Ergebnis, das in erster Linie interne Unternehmensdaten und die Zukunftsaussichten des Unternehmens berücksichtigt, die Grundlage für die Zinskonditionen. Für sie sind die Konsequenzen aus den Basel II-Vorschriften dramatisch. Zusätzlich zu dem für viele mittelständische Betriebe viel zu aufwendigen Antragsverfahren verlieren auch die herkömmliche Sicherung durch Grundschulden zu Lasten langfristiger und nachhaltiger Geschäftsmodelle an Bedeutung.
Zusätzliches Sicherheitsmaterial, neue Informationspflichten sowie komplizierte Kreditvertragsregelungen und lange Entscheidungsprozesse führen zu einer erheblichen Erhöhung der Aufwendungen für deutsche Unter-nehmen. Insbesondere für solche Unternehmungen, die aufgrund mangelnder unternehmerischer Voraussicht mit der Umsetzung der Basel-II-Vorschriften eine schwache Kreditwürdigkeit hatten, müssen sich nun höhere Zinsbedingungen einstellen. Die Umstellung von Basel I auf Basel II trug entscheidend dazu bei, die Bedeutung des Kreditgeschäfts mit KMU im dt. Bankgewerbe zu verändern.
Zu Beginn dieses Millenniums beispielsweise verfolgten die Institute in Deutschland noch eine deutlich expansivere Kreditvergabepolitik gegenüber KMU. Bereits 2001 zeigte sich jedoch, dass die großen Banken das Mittelstandsgeschäft nicht ausreichend für profitabel hielten und daher ihre Zusagen zurückführten. Trotz erster Anzeichen aus dem Rückgang des Darlehensvolumens an KMU war es für Unternehmen in diesem Zeitraum nicht schwierig, Fremdkapital zu erhalten.
Aufgrund des intensiven Konkurrenzkampfes zwischen den Kreditinstituten und der im internationalem Maßstab sehr niedrigen Renditen von 1-1,2% konnten die Kreditinstitute nur im Massengeschäft Erträge erzielen. Es wurden sehr großzügige Darlehen gewährt, von denen vor allem „kranke“ Firmen profitierten. Nach Basel I hatte es für die Kreditinstitute keine Auswirkung, ob sie Darlehen an schlecht oder gut bewertete Gesellschaften vergaben; die Kreditinstitute mussten nur Eigenmittel in einer Größenordnung von 8% des Darlehensvolumens einlegen.
Da es den Kreditinstituten gelang, bei gleichbleibender Eigenkapitaleinlage durch die Vergabe von Krediten an schlecht bewertete und nicht gut bewertete Unternehmen bei höheren Margen bei gleichbleibender Eigenkapitaleinlage zu höheren Zinsspannen zu gelangen, wurden bewusst auch schlechter bewertete Schuldner mit Krediten ausgestattet. Die Bekanntgabe der Einführung der Basel-II-Vorschriften hat jedoch ein Umdenken bei den Kreditinstituten ausgelöst.
Bei der Eigenkapitalunterlegung der Kreditinstitute sollte es auf das eingegangene Risikopotenzial ankommen. Ist eine Ratingstufe besonders schlecht, d.h. hat ein Unter-nehmen eine schlechte Kreditwürdigkeit, müssen die Kreditinstitute mehr Eigenmittel einbringen als bisher. Da die Vergabe von Krediten an schlecht bewertete Firmen nun Eigenmittel für die weitere Vergabe in der Bank binden würde, ist es für die Institutionen nicht mehr zweckmäßig, Darlehen an Firmen mit schlechterer Kreditwürdigkeit zu gewähren, da dadurch keine Überrenditen mehr generiert würden.
Der Rückgang des Kreditangebots ist daher kein während der Finanzmarktkrise entstandenes Ereignis. Schon lange vor der Finanzmarktkrise wurde der risiko-, zinsmargen- und später arbeitsintensive Kreditüberprüfungsauftrag aufgrund von Basel II von großen Banken aus dem KMU-Kreditgeschäft zurückgezogen. Bei den Marktanteilen der Einzelbanken ist der niedrige Anteil der Grossbanken von nur 13,3% besonders auffällig.
Die Ausmusterung des Firmenkreditgeschäfts der großen Banken, insbesondere im Mittelstand, setzte sich in der Finanzmarktkrise fort. Die Ergebnisse der großen deutschen Banken für das zweite Quartalsquartal 2010 zeigten eine Verringerung des Darlehensvolumens um 19,2 Mrd. EUR gegenüber dem dritten Quartals 2008 und damit einen Rückgang von 1,1% der marktbehafteten Anteile.
Obwohl große Banken in der Firmenfinanzierung nach wie vor eine wichtige Funktion haben, haben sie ihre Führungsposition aufgegeben. Größte Geldgeber für deutsche Konzerne und Selbstständige sind inzwischen die Länderbanken und Krankenkassen mit einem Gesamtmarktanteil von 36,5%, während sie bei Handwerkerkrediten gar einen Anteil von 69% erreichten.
Auch die Landesbanken, von denen viele vor der Finanzmarktkrise nach Größenordnung suchten, um eine Übernahmen zu vermeiden, verzeichneten im zweiten Vierteljahr 2010 einen Rückgang ihres Darlehensvolumens um 9,4 Mrd. EUR gegenüber dem dritten Vierteljahr 2008. Die anderen Bankgruppen verringerten ihr Darlehensvolumen, während die Skandinavier im zweiten Vierteljahr 2010 ihr Darlehensvolumen um 18,6 Mrd. EUR steigern konnten und damit derzeit 21,2% der Marktstellung des Darlehensvolumens an inländische Gesellschaften und Selbständige einnehmen.
Weitere für die Unternehmensfinanzierung in Deutschland relevante Bankgruppen sind ausländische Kreditinstitute und Genossenschaften. Insbesondere Kreditinstitute werden als die Kreditinstitute von Kleinunternehmen, Handwerkern und Selbständigen angesehen. Während auch die Genossenschaften ihr Kreditexposure gegenüber dem dritten Kalenderquartal 2008 um 13,8 Mrd. EUR erhöhen konnten, ist der Abzug vieler ausländischer Kreditinstitute aus dem Heimatmarkt eines der großen Herausforderungen für deutsche Konzerne.
165,2 Mrd. zur Verfuegung gestellte Mittel entsprachen zu diesem Zeitpunkt einem erheblichen Anteil von 11,1%. Dagegen wurde im zweiten Kalenderquartal 2010 nur ein um 28,6 Milliarden EUR vermindertes Darlehensvolumen bei den ausländischen Banken verbucht. Damit haben die ausländischen Banken das Darlehensvolumen deutscher Konzerne und Selbständiger mit Abstand am stärksten reduziert.
Die Ursache für dieses Fehlverhalten der ausländischen Kreditinstitute ist der durch die inländische Wirtschaft verursachte Drang. In der Finanzmarktkrise konzentrieren sich ausländische Kreditinstitute in erster Linie auf die Kreditvergabe an ihre heimischen Gesellschaften, während deutsche Gesellschaften untergeordnet betrachtet werden. Siehe Deutsche Nationalbank (2010a). KMU-Forschungsinstitut (2009). Siehe 21 Deutsche Bundesbank (2010b).