Kohl unterstützte seinen Kumpel Leo Kirch mit einem Darlehen der DL.
Bereits seit mehr als zehn Jahren gibt es Rechtsstreitigkeiten darüber, warum der ehemalige Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer in einem TV-Interview im Jahr 2002 die Bonität seines Bonitätskunden Leo Kirch in Frage gestellt hat. Wie ist es um die Insolvenz der Mediengruppe Kirch bestellt und ob die Bank damit Geld erwirtschaften wollte? Ob Breuer und seine Kollegen im Vorstand in den verschiedenen Klagen zur Abwehr drohender Schadenersatzansprüche überhaupt log.
Niemals wurde dargestellt, wie die Deutsche Bank 1998 ihren Kirch-Darlehen erhalten hat. Nach Angaben von damaligen deutschen Bankiers hatte Kanzler Helmut Kohl (CDU) seine Finger in der Sache. Tatsächlich war Deutschlands größter Geldgeber noch in den 90er Jahren – lange vor der existentiellen Krisensituation der Kirch-Gruppe – alles andere als auf eine Kreditverbindung mit Leo Kirch bedacht.
Für die deutschen Bankiers war die Kirch-Gruppe viel zu undurchsichtig. Bei der Beantragung eines Darlehens von mehr als 700 Mio. EUR im Jahr 1998 hat der interne Kreditausschuss empfohlen, den Darlehensantrag von Kirch zurückzuweisen. Nach damaliger Einschätzung des Betroffenen begründeten die Finanzanalysten ihre Entscheidung damit, dass die von Kirch angebotene Einlage – ein 40-prozentiges Angebot im Axel-Springer-Verlag – nicht als Wertpapier geeignet sei, da es sich um Namenaktien mit eingeschränkter Übertragbarkeit handelte.
Breuer und seine Kollegen im Vorstand haben diese negative Aussage nicht berücksichtigt. Als – sehr überraschend – wird von der Staatsanwaltschaft München der Umstand angeführt, „dass die 1998 kräftig expandierende Kirch-Gruppe ein großes Geschäftspotential gesehen hat“. Im Kreditbereich der Bank wurde damals eine ganz andere Historie erzählt: Kanzler Kohl hatte Breuer in den Doppeltürmen aufgesucht und um Unterstützung für den Media-Mogul ersucht. Er war ein enger Freund von ihm.
Das erklaerten die Kreditnehmer auch dadurch, dass die Umfragezahlen Kohls kurz vor der Bundestagswahl im Untergeschoss waren. Auf jeden Fall hatte Breuer nach Kohls Staatsbesuch angeordnet, dass das Darlehen gewährt werden sollte. Deutsche Bank und ein Rechtsanwalt von Kohl weigerten sich, Stellung zu nehmen. Tatsache ist, dass Kohl immer noch die Wahlen unterlag.